Die Parkettstrukturen

Parkett ist nicht gleich Parkett. Je nach Geschmack werden hier Farbe, Stärke der Echtholzschicht, Verlegemuster und die Parkettstruktur unterschieden und entschieden. In diesem Beitrag soll es um letztere gehen – Parkettstrukturen. Die vielfältigen Parkettstrukturen ermöglichen eine abwechslungsreiche kreative Gestaltung des Raums und schenken ein einzigartiges Raumgefühl.

Versiegelungen

Lackiertes Parkett

Die Oberfläche lackiertem Parketts ist so versiegelt, dass die Poren geschlossen werden und so verhindert wird, dass Schmutz eindringen kann. Zur Versiegelung wird ein Film bildender Lack benutzt, der Schichtweise aufgetragen wird. Je mehr Schichten übereinander gestrichen werden, desto haltbarer ist die Versiegelung. Durch sie ist der Boden besonders pflegeleicht, weil der Lack, einmal aufgetragen, nicht regelmäßig nachgearbeitet werden muss. Es gibt verschiedene chemische Zusammensetzungen von Siegellacken. Welchem Siegellack der Vorzug gewährt werden sollte, ist bei einem Fachmann zu erfragen. Sie können zwischen Versiegelungen in der Optik matt, halbmatt und glänzend wählen. Für den Wohnbereich sollten Siegellacke bevorzugt werden, welche lösungsmittelfrei hergestellt werden oder nur in geringfügigen Mengen Lösungsmittel enthalten, da Lösungsmittel Ihrer Gesundheit schaden können. Zudem sind die Herstellerangaben sorgfältig zu beachten und die Angaben über die Trocknungszeit und Begehbarkeit des Bodens strengstens zu befolgen.

 

Öle:

Geöltes Parkett

Das Ölen von Parkettböden gilt als eine der natürlichsten Oberflächenbehandlung. Das Öl dringt in die Poren des Parketts ein und legt sich nicht wie ein Schutzfilm über das Parkett. Fußbodenöle werden mit dem Pinsel, der Bürste oder einem weichem Tuch auf das Parkett oder auf sonstige Holzböden aufgetragen und mit der Poliermaschine eingelassen. Nach kurzer Einwirkzeit muss das überschüssige Öl mit einem Tuch entfernt werden. Die Aushärtung des Öls bis zur Begehbarkeit des Fußbodens dauert ca. 48 Stunden (Herstellerangaben beachten). Der Vorteil geölter Böden ist, dass sie bei kleineren Abnutzungserscheinungen, an der betroffenen Stelle ganz schnell und einfach abgeschliffen und erneut mit Öl nachbehandelt werden können. Die regelmäßige Nachbehandlung durch Öle ist absolut empfehlenswert.

Imprägnierungen

Imprägnierungen sind farblose Oberflächenschutzmittel. Vorteil einer Imprägnierung ist, dass sich das Holz äußerlich nicht verändert, seinen Holzcharakter somit beibehält, aber widerstandsfähiger und langlebiger wird. Das dünnflüssige Imprägnierungsmittel dringt tief in die Poren des Holzes ein und verfestigt die Holzoberfläche. Imprägnierungsmittel sind stark lösungsmittelhaltig und erzeugen eine matte, halbmatte oder glänzende Oberfläche. Sie werden mit einer Rolle oder einem Pinsel aufgetragen. Bitte sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung während und nach dem Auftragen der Imprägnierung, damit Dämpfe und Gase gut entfliehen können. Die Aushärtezeit richtet sich nach der Temperatur, der Raumfeuchtigkeit und nach den Angaben des jeweiligen Herstellers.

Wachs-Systeme 

Wachs-Systeme werden immer beliebter und sagen gerade ökologisch bewussten Kunden sehr zu, da sie überwiegend aus natürlichen Rohstoffen bestehen und dem Holz die Möglichkeit zu atmen nicht nehmen. Der Vorteil einer Wachsbehandlung von Parkett und Holzböden ist außerdem eine unmittelbare Begehbarkeit. Wachse und Hartwachs-Öle werden mit einem Pinsel, einer Bürste, einer kurzfloriger Rolle oder mit einem Poliergerät auf das Holz aufgetragen. Es gibt transparente Dekowachse, die die Farbe ihres Bodens nicht verfälschen, aber auch deckende Dekowachse, mit denen getönte und farbige Oberflächen erzielt werden können. Bei exotischen Hölzern ist von pigmentierten Anstrichen abzuraten. Für tropische Harthölzer eignen sich besonders dünnflüssige Klarwachse. Nach der Trocknung wird der Boden mit der Bohnerbürste oder Poliermaschine nachpoliert und kann danach begangen werden. Zusätzlich dienen Holzwachse als Porenfüller und schenken ein sehr angenehmes Trittgefühl.

Renovieren von Parkettböden

Ein besonderer Vorteil bei Parkett und Holzfußböden ist, dass sie auch noch nach jahrzehntelanger Beanspruchung renoviert werden können. Das maschinelle Abschleifen und neu versiegeln bzw. ölen lässt Ihren Boden mit verhältnismäßig geringerem Aufwand in neuem Licht erscheinen. Danach bekommen Parkett oder Holzfußböden ein optisches Aussehen, das mit einer Neuverlegung konkurrieren kann. Diese Erneuerung kann mehrere Male wiederholen werden und kann entweder von einem Fachmann oder durch einen handwerklich begabten Heimwerker bewerkstelligt werden.

 

Noch etwas zur Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen, die auch Flächenheizungen genannt werden, gewinnen in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit und sind aus vielen Wohnungen und Häusern nicht mehr weg zu denken. Wenn Sie sich über unschöne Heizkörper und unregelmäßige Wärme ärgern, ist eine Fußbodenheizung auf jeden Fall zu empfehlen. Grundsätzlich kann ein Parkettboden mit einer Fußbodenheizung gut kombiniert werden. Die Installation sollte jedoch ein Fachhandwerker ausführen. Nachdem der Heizestrich abgebunden und die installierte Fußbodenheizung vom Fachmann auf ihre Funktion überprüft wurde, kann der Parkettboden verlegt werden. Der Parkettboden sollte verklebt sein, damit sich die Heizwärme gleichmäßig im Raum verteilen kann. Durch die schwimmende Verlegung können Luftpolster entstehen, welche die Wärmebildung im Raum behindern. Um evtl. Schäden im Parkettboden zu vermeiden, empfehlen wir eine Temperatur von 25°C nicht zu übersteigen. Eine Fugenbildung des Parketts kann durch eine geregelte Luftbefeuchtung eingegrenzt werden und sollten bei Stabparkett 9 +- 2 % und bei Fertigparkett 8 +- 2 % nicht überschreiten.

Empfindsame Hölzer reagieren auf Temperaturänderungen schnell mit starkem Quellen oder Schwinden. Hölzer mit sensiblen Feuchtewechselzeiten sind beispielsweise Buche, Kempas und Ahorn. Eiche im Gegensatz erweist sich als unproblematisch. Auch sind Parkettarten, deren Holz eine Dicke von 22 mm aufweist, für die Fußbodenheizung am besten geeignet, denn je schmaler die massiven Parkettstäbe sind, desto geringer wirkt sich die Fugenbildung aus. Generell sollte aber eine Stärke von 15 mm nicht überschritten werden. Alles was darüber liegt verursacht einen verzögerten Wärmedurchlass, so dass Ihre Fußbodenheizung nicht ideal wärmen kann.

 

Wichtige Punkte für die optimale Parkettauswahl

Parkettaufbau

Die Qualität des Parketts oder der Holzfußböden hängt im Wesentlichen davon ab, wie der konstruktive Aufbau des Parketts gestaltet ist. Hier wird in verschiedenen Aufbauschichten unterschieden. Das sogenannte 3-Schicht-Parkett besteht aus einer Deckschicht, einer Mittellage und einem Gegenzug. Die Deckschicht, die auch Nutzschicht genannt wird, ist circa 3 – 4 mm stark und besteht aus einer hochwertigen Holzart, im Gegensatz zur Mittellage bzw. Gegenzug, der meist aus einer günstigeren Holzart besteht. Dies ist nicht so zu verstehen, dass minderwertige Holzarten eingesetzt werden, sondern dass es sich hierbei meist um schnellwüchsigere Arten handelt, die auf dem Holzmarkt günstiger verfügbar sind, z.B. Fichte, Tanne, Pappel. 3-schichtiges Fertigparkett, das kreuzweise verleimte Schichten aufweist, garantiert ein geringeres Schwinden oder Quellen der Holzelemente und ist äußerst formstabil. Auch spielen stehende oder liegende Jahresringe in der Holzgewinnung eine Güterolle. (s. Grafik). Stehende Jahresringe erhöhen die Stabilität des Holzes. 3-schichtiges Parkett und kann sowohl schwimmend verlegt wie auch vollflächig verklebt werden.

2-schichtiges Fertigparkett besteht aus einer Decklage und einer eingefrästen Mittellage. Durch seine geringe Aufbauhöhe ist 2-Schicht-Parkett für Renovierungsarbeiten sehr zu empfehlen. Diese Parkettsorte ist nur für die vollflächige Verklebung geeignet und bekommt seine Formstabilität durch die Verklebung mit dem Untergrund. Es gilt natürlich, je dicker die Nutzschicht, desto haltbarer der Boden und eine Renovierung kann häufiger vorgenommen werden. Im Handel wird Parkett mit einer Nutzschicht bis zu 6 mm Dicke angeboten, die E-Norm fordert 2,5 mm, aber auch unter dieser Normgrenze werden Hölzer verkauft. Besonders ist darauf zu achten, wie hoch die Holzfeuchte des Parketts ist. Mit Messgeräten, die im Fachhandel bezogen werden können, kann der Selbstverleger die Holzfeuchte prüfen. Oder sie wird vom Verleger geprüft und sollte in einem Bereich zwischen 8% und 11% liegt. Ist das Holz zu feucht, kann es zu Fugenbildungen im Parkett oder Holzfußböden kommen und bei zu großer Trockenheit zu Brüchen. Die m³ Preise werden im Federmaß oder Deckmaß angegeben. Wenn die Elementbreite ein-schließlich Feder gemessen wurde, so spricht man vom Federmaß, die Elementbreite ohne Feder ist das Deckmaß. Die meisten Hersteller orientieren sich in ihren Angaben allerdings meist an dem Deckmaß.

Verarbeitungsqualität

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Oberflächenbehandlung der Parkettböden. Hierbei ist die aufgetragene Menge (Lack bzw. Öl) ein wichtiges Merkmal, was aber in der Regel von den Produzenten nach Norm gefertigt wird. Die Poren geölter Parkettböden sind vom Händler zu ca. 80% mit Öl aufgefüllt, deshalb ist richtige Pflege nach dem Verlegen überaus wichtig. Die Art der Oberflächenbehandlung lackiert bzw. geölt, ist von der Nutzung des Parkettbodens abhängig. Falls Parkett oder Dielen roh, d.h. ohne Oberflächenbehandlung angeboten werden, ist darauf zu achten, dass die Ware keine Hobelschläge aufweist. Außerdem wichtig ist, dass die Deckschichtlamellen miteinander verleimt sind, so dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Hierbei sollte auch eine Kantenhydrophobierung vorgenommen werden (Produkte sind im Fachhandel erhältlich). Dieses ist wichtig, wenn Nässe auf dem Fußboden kommt. Zum Abschluss des Bodens gehören eine qualitativ hochwertige Sockelleiste und an den Türen entsprechende Übergangsprofile. Sie sollten von hoher Qualität sein, um dem Boden einen ästhetischen Rahmen zu geben.

 

Zum Schluss die richtige Pflege und Reinigung der Parkett- und Holzböden

Reinigung und Pflege von Parkettböden

Nachdem die Parkett- und Holzböden fachgerecht verlegt wurden, die Böden eine vorzügliche Ausstrahlung auf den Raum geschaffen haben und die entsprechende Oberflächenbehandlung noch den letzten Schliff gegeben hat, ist es selbstverständlich, diesen Raumerfolg zu pflegen. Die entsprechenden Pflegemittel werden zum Schutz des Parkettbodens eingesetzt. Leider muss immer wieder festgestellt werden,dass wenn leichtfertig ein nicht geeignetes Pflegemittel gebraucht wird, mancher Schaden am Parkettboden entsteht, der schwer wieder zu beheben ist. Pflege- und Reinigungsmittel müssen auf den Parkett- und Holzboden abgestimmt sein und richtig eingesetzt werden. Sie sollten für versiegelte, geölte bzw. gewachste oder imprägnierte Böden geeignet sein. Hierfür hält der Fachhändler besondere Produkte bereit.

Ungeeignete Reinigungsgeräte, Wischtücher usw. können den Parkettboden schädigen. Reinigungsmittel haben die Aufgabe,den Schmutz auf den versiegelten oder geölten Parkett- und Holzböden hygienisch zu entfernen. Sie dürfen aber nicht zu sauer oder alkalisch sein, da sonst Farbveränderungen bei falschem Gebrauch (Überdosierung), Lackablösungen oder Vergrauungen auftreten können. Parkett, Holz- oder Korkböden dürfen wegen der Quellungsneigung nicht überschwemmt, sondern nur leicht feucht, nebelfeucht, gereinigt werden. Zu unterscheiden wäre zwischen Reinigungs- und Pflegemittel oder einer Kombination dieser beiden. Viele Hersteller bieten bereits Produkte an, die beide Komponenten optimal verbinden. Versiegelte Flächen dürfen nicht mit einer Kern- oder Neutralseifenreinigung gereinigt werden, da die Lackschicht der Versiegelung auslaugen und spröde werden kann. Auch können Holzverfärbungen eintreten.

Vorsicht geboten ist außerdem bei silikonhaltigen Pflegemitteln, die eine spätere Renovierung unmöglich machen können, da es zu Haftungsschwierigkeiten kommen kann, die durch das Silikon verursacht wird. Geölte Böden pflegt man mit rückfettender Holzseife, dadurch wird die geölte Schutzschicht erhalten. Auch Pflegeöle sind zur weiteren Erhaltung und zum Schutz zu empfehlen. Bei sehr starken Verschmutzungen sollte ein Grundreiniger genutzt werden. Weil Grundreiniger allerdings sehr intensiv wirken, ist die allzu häufige Anwendung nicht zu empfehlen. Unausweichlich ist, die Grundreiniger der jeweiligen Oberflächenbehandlung der Parkett und Holzböden anzupassen.